Kann man den Cerro Catedral mit Kindern besteigen? Ja, und es ist einer der einfachsten Gipfel überhaupt: Mit 513 Metern ist er der höchste Punkt Uruguays, doch der Feldweg führt mit dem Auto bis nahe an den Gipfel, und das letzte Stück ist ein kurzer, sanfter Spaziergang zu den Granitfelsen, die dem Hügel seinen Namen geben. Er liegt in der Sierra de Carapé nördlich von Pueblo Garzón, ist kostenlos, braucht keine Reservierung und ist mit Kindern machbar, sobald sie sicher laufen. Was er verlangt: ein Auto mit Bodenfreiheit, gutes Wetter und Proviant, denn oben gibt es keinerlei Infrastruktur.
Was man unternimmt
Der Plan: ankommen, zu den Gipfelfelsen hinaufgehen und eine Weile schauen. Von oben überblickt man die ganze Hügelkette und an klaren Tagen Weideland bis zum Horizont. Für Kinder liegt der Reiz im Titel, "der höchste Punkt des Landes", und in den Granitformationen auf dem Gipfel, die wie eine Kathedrale aus Stein wirken und unter Aufsicht ein bisschen Kraxeln erlauben. Der Rest ist Picknick im Gras, Greifvögel am Himmel suchen und, wenn der Wind mitspielt, einen Drachen steigen lassen. Der Eintrag zum Cerro Catedral fasst die Anfahrt zusammen; für den Korb liefert die Notiz zum Familienpicknick die Packliste.
Wo
Der Hügel liegt in der Sierra de Carapé im Gebiet Las Cañas, nördlich von Pueblo Garzón und nahe den Rutas 109 und 39; er markiert die Nordgrenze der Region, die dieses Portal abdeckt. Die übliche Zufahrt erfolgt von der Ruta 39, von der ein rund zwölf Kilometer langer Schotterweg mit Bachquerungen abzweigt, die bei Regen überflutet sein können: nichts für tiefliegende Autos oder Gewittertage. Mit dem Auto kommt man bis wenige Gehminuten vor den Gipfel. Es gibt weder touristische Beschilderung noch Service oder Anbieter vor Ort, und ringsum ist privates Weideland: Man parkt am Wegrand und respektiert Zäune und Tore. Wer ohne eigenes Auto von der Küste kommt, löst die Anfahrt mit der Autovermietung in José Ignacio; am besten ein Fahrzeug mit guter Bodenfreiheit verlangen.
Wann
Das ganze Jahr, sofern es in den Tagen zuvor nicht geregnet hat. Herbst und Frühling sind die besten Jahreszeiten: angenehme Temperaturen und klare Luft für weite Blicke. Im Sommer sollte man früh am Morgen los, denn auf dem Gipfel gibt es keinen Schatten; im Winter ist ein sonniger, windstiller Tag mit warmer Kleidung ein perfekter Ausflug. Der Hügel ist bekannt für starken Wind und plötzlichen Nebel, der die Sicht nimmt und die Orientierung erschwert: Liegt der Gipfel bei der Ankunft in Wolken, besser im Auto warten oder an einem anderen Tag wiederkommen. Da der Himmel über der Sierra zu den dunkelsten der Gegend gehört, lässt sich der Ausflug gut mit einer Sternennacht verbinden; der Astrotourismus-Führer erklärt, wie das mit Kindern geht.
Tipps für den Besuch mit Kindern
Geschlossene Schuhe für alle, eine winddichte Jacke auch bei Wärme im Tal, Kappe, Sonnenschutz und reichlich Wasser: Auf Dutzende Kilometer gibt es nichts zu kaufen. Kinder klettern auf den Gipfelfelsen nur an der Hand eines Erwachsenen und fern der Kanten. Rechnen Sie ab Garzón mit einem halben Tag inklusive Schotterweg in langsamem Tempo, Spaziergang und Picknick, und sagen Sie jemandem Bescheid, wohin es geht: Der Handyempfang in der Sierra ist lückenhaft. Aller Müll kommt wieder mit. Die klassische Kombination: morgens auf den Hügel, dann hinunter zu Pueblo Garzón mit Kindern für Jause und Spaziergang, mit Halt in La Pulpería.
Titelbild: Scheridon (CC BY-SA 3.0).
